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Präsidentenbriefe

Präsidentenbrief   Juni 2013
Prof. Dr. R. Lehmann:
Präsidentenbrief im Juni 2013

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Präsidentenbrief   Mai 2011
Prof. Dr. Michael Roden:
Präsidentenbrief im Mai 2011

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Präsidentenbrief   Januar 2011
Prof. Dr. Michael Roden
Präsidentenbrief im Januar 2011

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Präsidentenbrief   Oktober 2010
Prof. Dr. Michael Roden
Präsidentenbrief im Oktober 2010

Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. Heinz Drexel:
"Einladung zum Spezialkongress am 21. Januar 2011 in Lichtenstein"

Univ.-Prof. Dr. Michael Roden:
"Grußworte zum Spezialkongress am 21. Januar 2011 in Lichtenstein"

Tagungsprogramm

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Präsidentenbrief   Juni 2010
Prof. Dr. Michael Roden:
Präsidentenbrief im Juni 2010:

Ankündigung und Programm zum 5. Kongress der Zentraleuropäischen
Diabetesgesallschaft vom 9. bis 11. September 2010 in Cluj-Napoca, Rumänien

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Präsidentenbrief   März 2010
Prof. Dr. Michael Roden
Präsidentenbrief im März 2010

Prof. Dr. R. Lehmann:
"Grußworte des Kongresspräsidenten - 6- Kongress der
Zentraleuropäischen Diabetesgesellschaft / 26.FID-Kongress, Zürich"

Priv.-Doz. Dr. Nanette Schloot:
"Assoziation von T-Zellreaktivität mitβ-Zellfunktion
bei neudiagnostizierten Patienten mit Typ-1-Diabetes"

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Präsidentenbrief   Februar 2010
Prof. Dr. Michael Roden
Präsidentenbrief im Februar 2010

Prof. Dr. Nicolae Hancu, Prof. Dr. Ioan Veresiu:
"Rundschreiben der Organisatoren des FID-Kongresses 2010"

Dr. Julia Szendrödi, Ph.D.:
"Effekte einer hochdosierten Simvastatintherapie auf
Glukosestoffwechsel und ektope Fettspeicherung bei Typ-2-Diabetes"

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Präsidentenbrief   Dezember 2009
Prof. Dr. Michael Roden
Präsidentenbrief zum Jahresende im Dezember 2009

Dr. Christian Herder:
"Lebensstil, subklinische Entzündung und Typ-2-Diabetes"

Prof. Dr. Michael Roden:
"Die optimale Insulintherapie bei Typ-2-Diabetes ist komplex"

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Präsidentenbrief   April 2009
Endpunktstudien zur Therapie des Typ-2-Diabetes
Das Diabeteszentrum am Universitätsklinikum Salzburg: Organisator des Zentraleuropäischen Diabeteskongresses vom 2.-4. Juli 2009 zum 40-jährigen Jubiläum der FID
Präsidentenbrief   Dezember 2008
FID-Kongreß in Salzburg vom 2.-4. Juli 2009:
Professor Michael Roden, FID-Präsident ab dem Salzburger Kongreß
Bericht von Dr. med. O.A. Stirban, Bad Oeynhausen, über die Deutsch-Rumänische Kooperation auf dem Gebiete des Diabetes und den 5. Zentraleuropäischen Diabeteskongreß im Jahre 2010 in Cluj-Napoca / Klausenburg, Rumänien / Siebenbürgen.
Präsidentenbrief   Oktober 2008
Die Zentraleuropäische Diabetesgesellschaft und Mitteleuropa
Präsidentenbrief   Juni 2008
Die Zentraleuropäische Diabetesgesellschaft: Wo liegen die Grenzen Mitteleuropas?
Präsidentenbrief   Juni 2008
Bericht mit Bildern über den FID-Kongress in Plovdiv, Bulgarien, Juni 2008
Präsidentenbrief   Mai 2008
Bericht mit Bildern über das FID-Symposium beim DDG-Kongress in München, Anfang Mai 2008 und die Veranstaltungen in Krakau, Mitte Mai 2008
Präsidentenbrief   November 2007
Zentraleuropäische Diabeteskongresse/ Internationale Donausymposien 2007 – 2010 in Kos, Plovdiv, Salzburg und Cluj-Napoca/Klausenburg
Ehrendoktorwürde für unsere Mitglieder Prof. E. Standl und Prof.D.Tschöpe, verliehen von der Universität Cluj-Napoca/Klausenburg, unserem FID-Tagungsort 2010
Regionale FID-Symposien in Wiesbaden 2007, 2008 und München 2008 beim DDG-Kongreß
Präsidentenbrief   Juni 2007
Programm und Abstracts des 22. Donausymposiums 2007 auf der Insel Kos und Vorankündigung des 23. Donausymposiums 2008 in Plovdiv, Bulgarien
Präsidentenbrief   Frühjahr 2007
Vorwort zum 22. Donau-Symposium/2. Europäischen Diabeteskongreß, Kos, 7.-9. Juni 2007
Präsidentenbrief   November 2006
Bericht zur regionalen FID-Veranstaltung gemeinsam mit dem Kirchheim-Forum Diabetes vom 27.-28.Oktober 2006, in Wiesbaden
Präsidentenbrief   Juli 2006
Bericht zum 21. Internationalen Donau-Symposium über Diabetes mellitus in Riga vom 21.-23. Juni 2006
Präsidentenbrief   April 2006
Vorwort zum 21. Internationalen Donau-Symposium über Diabetes mellitus in Riga vom 21.-23. Juni 2006
Präsidentenbrief   Februar 2006
Bericht zum 20. FID-Symposium in Wiesbaden, 27.-28.Oktober 2005
Präsidentenbrief   August 2005
Vorwort zum 20. FID-Symposium in Wiesbaden, 27.-28.Oktober 2005
 

11. Präsidentenbrief vom 23. Juni 2008

Die Zentraleuropäische Diabetesgesellschaft:
Wo liegen die Grenzen Mitteleuropas?

Bis zum Jahre 1989, in den Zeiten des Kalten Krieges, war es einfach: Man sprach  von West- und Osteuropa. Nach wie vor werden auch heute im angloamerikanischen Sprachraum zumeist nur diese beiden Begriffe verwendet. Im Juli 2008 sprach aber auch die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel anlässlich des dortigen Besuchs von G.W.Bush  von Prag als in "Osteuropa" liegend. Zur Erinnerung: In Prag, wahrhaft in der Mitte Europas, wurde 1348 die  Karlsuniversität als erste deutschsprachige Universität gegründet.

Mitteleuropa - Zentraleuropa

 Im 19. Jahrhundert wurde Mitteleuropa als politischer Begriff gebraucht, so wurde von Constantin Frantz eine "Föderation Mitteleuropa" aus Deutschland, Polen und Donauslawen als Gegengewicht zu Russland und Frankreich vorgeschlagen, oder von der Nationalliberalen Partei Deutschlands ein von Deutschland und Österreich geführtes Mitteleuropa "von Hamburg bis Triest" zur Diskussion gestellt. Die Österreichische Regierung propagierte vor 1871 als Alternative zur großdeutschen Lösung eine "mitteleuropäische Lösung" durch Zusammenschluß von Deutschland mit ganz Österreich-Ungarn, und vor dem 1. Weltkrieg erwog Walther Rathenau eine "Mitteleuropäische Zollunion". Nach dem 2. Weltkrieg war der Begriff  Mitteleuropa praktisch nicht existent, erst seit der politischen Wende von 1989 wird die Bezeichnung, meist in der ans Englische angelehnten Form als "Zentraleuropa", wieder zunehmend gebraucht. So fand eine bekannte Ralley aus Terrorangst zuletzt nicht mehr von Paris nach Dakar statt, sondern als "Zentraleuropa-Ralley" von Budapest nach Baia Mare in Maramuresch, Rumänien, oder ein Immobilienfonds, der "SachsenFonds", bietet verschiedene "Zentraleuropa-Fonds" an, z.B. mit alten Gebäudekomplexen im historischen Zentrum von Prag. Sollen aber nur sportliche, politische oder wirtschaftliche Momente den Begriff eines "Mittel- oder Zentraleuropa" legitimieren?

Wo liegt Mitteleuropa?

Wie wird "Mitteleuropa definiert? Einfach ist es bei Klima, Flora und Fauna: Man spricht von mitteleuropäischem Klima, von Flechten oder Schmetterlingen Mitteleuropas, dessen Grenzen freilich recht eng sind. Schwieriger wird es geographisch. Ist die Grenze im Westen  und Norden mit Rhein, Nord- und Ostsee noch einfach zu ziehen, so wird sie im Osten und Süden schon fließend. Weichsel, Alpen und Karpathenbogen werden angeführt. In diesen  Regionen kommen aber  konfessionelle und ethnische Gesichtspunkte ins Spiel. Geschichte, Traditionen, und vor allem auch das  Selbstverständnis der Menschen werden bedeutsam.

Definition aus dem Geistig - Kulturellen

Damit bin ich bei meiner Antwort auf  die im Titel gestellte Frage:
Mitteleuropa muß sich aus dem Geistig-Kulturellen definieren. Mit Überraschung und Staunen hat die Öffentlichkeit vor kurzer Zeit die Gründung einer "Mittelmeerunion" durch eine Initiative von Sarkozy wahrgenommen, die offenbar ohne große politische oder wirtschaftliche Vorarbeit zustande kam. Die mitteleuropäischen Länder, welche immer sich dazu zählen mögen oder möchten, müssen sich also auf einer als gemeinsam empfundenen kulturellen Ebene verbunden fühlen. Diese Kontakte müssen von uns allen angebahnt, wiederbelebt und intensiv gepflegt werden.

Diabetologie: heute ohne Eisernen Vorhang

Dies gilt im Speziellen auch für die Diabetologie. Unsere Gesellschaft ist, wie ich meine, ein hervorragendes Beispiel dafür. Sie ist aus der "Föderation der Internationalen Donausymposia über Diabetes mellitus" hervorgegangen. Diese wurde im Jahre 1969 in Wien zur Überbrückung des Eisernen Vorhangs gegründet. Sie wird im Jahre 2009, im 40. Jahr des Bestehens der Gesellschaft, im Kongresshaus Salzburg tagen. Herr Univ.-Dozent Dr. Weitgasser von der Medizinischen >Universitätsklinik der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität Salzbug ist der gewählte Tagungspräsident.

Selbstverständnis aus der kulturellen Einheit

Ich selbst habe als  Präsident der Gesellschaft mit deutscher, jetzt zusätzlich auch englischer Kongresssprache in den letzten Jahren anlässlich der von uns in Breslau, Riga, Kos, Plovdiv und demnächst in Cluj/Klausenburg  veranstalteten Kongresse diese Länder bereist. Überall spürte ich den starken Willen und das Selbstverständnis einer kulturellen Einheit. Wenn auch die Mitgliedschaft in der Europäischen Union für die Menschen in allen diesen Ländern ein starkes äußeres Moment ist, so ist dies keinesfalls gleichbedeutend mit dem Gefühl einer kulturellen Zusammengehörigkeit.

Kulturaustausch in Mitteleuropa

Auf dem Rückflug vom Rumänischen Diabeteskongreß in Sinaia vor 6 Wochen unterhielt ich mich mit den Musikern des in Köln ansässigen Minguet-Quartetts, die auf Einladung des Bukarester Goethe-Instituts im Bukarester Athenäum Konzerte gegeben hatten. Dabei spielten sie auch ein Streichquartett eines zeitgenössigen deutschen Komponisten. Umgekehrt spielen ausgezeichnete rumänische Musiker in vielen deutschen Orchestern oder lehren als Professoren an Musikhochschulen in Deutschland, der Schweiz oder Österreich. Dieses Beispiel aus der Musik soll nur zeigen, wie Mitteleuropa wieder enger zusammenwachsen kann. Unsere Gesellschaft freut sich daher ganz besonders,  dass neben den Jahreskongressen  mit den Reisestipendien auch die angebotenen  Hospitationsstipendien genutzt werden und so ein intensiver, länger andauernder Wissens- und Gedankenaustausch auf diabetologischem Gebiet stattfinde kann.  Die mitteleuropäischen Interaktionen sollen und dürfen sich nicht nur auf das rein Wirtschaftliche beschränken. Davon sieht man in den Einkaufszentren am  Stadtrand in diesen Ländern genug: Media-Märkte, BauMax, Edeka, Spar, Volksbank-Filialen, OMV-Tankstellen usw.

Wechselseitige Bereicherung

Ich wünsche mir, dass die gegenseitige kulturelle Befruchtung in Mitteleuropa  auch heute wieder so wirksam wird wie sie wohl früher war. Die  deutsche Bundeshymne ist dafür ein treffendes Beispiel: Die aus der Slowakei stammende Kustodin des Haydn-Hauses in Eisenstadt erzählte mir, dass das Thema des 2. Satzes aus Haydns Kaiserquartett, ursprünglich als österreichische, jetzt als deutsche Hymne verwendet, ein kroatisches Volkslied sei. Es soll auch heute noch in Kroatien gesungen werden. Sein Text lautet  "Jutro ráno se ja stanem….", zu deutsch "Frühmorgens stehe ich auf…". Obwohl ich bisher nicht nachprüfen konnte, ob man in Kroatien tatsächlich dieses Lied auch heute noch singt, ist dies hier belanglos. Es zeigt, wie fruchtbar und nachhaltig sich die Kulturgüter der mitteleuropäischen Länder gegenseitig beeinflussen und bereichern können. Dies gilt auch für viele Facetten der  Diabetologie.

 

Bochum, 15. August 2008                                        Prof. Dr. Helmut Schatz