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Geschichte

 

Im Jahre 1969 veranstaltete Herr Prof. Alois Beringer von der 1. Medizinischen Universitätsklinik Wien das 1. Internationale Donausymposium über Diabetes mellitus in seiner Heimatstadt. Das zweite FID-Symposium fand im Jahre 1971 in Budapest statt. Es war dies in einer besonders "heißen" Periode im Kalten Krieg zwischen Ost und West, und der Unterzeichner, welcher zu dieser Zeit auch in Wien an der 2. Medizinischen Universitätsklinik tätig war, erinnert sich noch gut an die vielen Diskussionen mit Herrn Prof. Beringer, in welchen er seine Ideen entwickelte, wie man Diabetologen aus dem "Ostblock" ein Zusammentreffen mit ihren westlichen Kollegen ermöglichen könne. Dazu sollten diese Donausymposien dienen, die dann regelmäßig alle zwei Jahre, wechselnd in Österreich und das nächste Mal in einem Land des Ostblocks stattfanden. Zufolge der damaligen politischen Neutralität Österreichs war es für Kollegen aus diesen Ländern viel leichter, nach Österreich zu kommen als in andere westliche Länder, insbesondere wenn diese der Nato angehörten. Zu den Donausymposien in Städten des "Ostblocks" kamen umgekehrt immer viele namhafte westliche Kollegen. Für die meisten Diabetologen aus den Ostblockländern waren diese Donausymposien somit die einzige Möglichkeit, mit Ihren westlichen Kollegen in Kontakt zu treten und über den Eisernen Vorhang hinweg zu diskutieren.

Nach dem Fall des Eisernen Vorhanges im Jahre 1989 und dem Ende des Kalten Krieges hatten sich die Donausymposien neu zu orientieren. Als Aufgabe stellte man sich die einer hochrangigen diabetologischen Fortbildung, die auch weiterhin in deutscher Sprache stattfinden sollte. Deutsch wird immer noch von vielen Menschen in osteuropäische Ländern gesprochen, nicht nur von älteren, sondern auch von jüngeren Kollegen einschließlich jener aus den baltischen Ländern. Viele polnische Ärzte arbeiten heute in den fünf neuen Bundesländern Deutschlands, wo ein Ärztemangel herrscht, und in Tschechien, der Slowakei, Ungarn und den Balkanländern hat Deutsch eine jahrhundertealte Tradition als zweite Sprache.

Am 1. Mai 2004 hat die Europäische Union ihre Grenzen gegen Osten hin geöffnet und viele Länder aus diesen Regionen Europas integriert. Dieser politische und ökonomische Prozeß wird gewiss auch einen großen Einfluss auf kulturelle und wissenschaftliche Entwicklungen haben und das Gewicht der mitteleuropäischen Länder gegenüber ihrem derzeitigen Status stärken. Mitteleuropa wird als Zentraleuropa wieder das geographische Zentrum werden, des "Neuen Europa", welches immer mehr das "Alte Europa" umfasst.

Die Donau ist der einzige Strom, der von Mittel- nach Osteuropa fließt. Sie entspringt im Schwarzwald und mündet ins Schwarze Meer. Geohydrologisch berührt die Donau gewiss weder die baltischen Länder noch Polen oder andere "traditionelle" FID- Länder. Die Donau soll vielmehr als Symbol für die alten Beziehungen dienen, die zwischen den Regionen Zentraleuropas bestehen, welche heute mehr und mehr zusammenwachsen, einschließlich der Diabetologen und aller am Diabetes mellitus beteiligten Berufsgruppen. Die Intensivierung dieser Kontakte entspricht §2 der Statuten der FID, wie sie während des Donau-Symposiums in Krakau im Jahre 1993 verabschiedet wurden. Die Gesellschaft versteht sich heute als Zentraleuropäische Diabetesgesellschaft mit der besonderen Aufgabe, in allen ihren Ländern die Etablierung möglichst gleicher, hoher Standards in der Diabetologie zu fördern.

Im Jahr 2007 wurde der Vereinsname um den Begriff Zentraleuropäische Diabetesgesellschaft erweitert.

 

Univ.-Prof. Dr. Michael Roden
FID-Präsident